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Steckbrief

MOOR-RESTAURIERUNG IN POLEN

Größe: 1350 Hektar
Schutzstatus: NATURA 2000 (LRT und SPA), UNESCO MAB Biosphere Reserve, Ramsar Site, International Bird Area (IBA)
Lebensraumtypen: Moorwälder (91D0*), Lebende Hochmoore (7110*), Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore (7120)
Klima: Gemäßigte Klimazone
Temperaturen: Ø Januar: -2,8° C, Ø Juli: 19° C
Niederschlag: Ø 652 mm/Jahr

ProjektfLÄCHEN

Mit 1350 Hektar befinden sich die drei Projektflächen im Slowinski National Park in Polen. Als lokaler Vertreter ist der Klub Przyrodników verantwortlich für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen in dem durch Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore, Lebende Hochmoore und Moorwälder  gekennzeichneten Gebiet. Nicht nur starke Entwässerung, sondern auch intensiver Torfabbau hat die natürliche Funktion der Moorgebiete stark beeinträchtigt. Das Projektgebiet teilt sich in die Flächen Kluki (A) und Cieminskie Błota (B), zwei von Kiefern und Birken dominierten Hochmoorwäldern sowie dem stark degradierten und zum Teil durch Torfabbau gekennzeichneten Wielkie Bagno Hochmoor (C) auf.

MASSNAHMEN

Der Wasserstand der Moore im Projektgebiet soll durch die Errichtung von über 100 Dämmen aus Holz oder degradiertem Torf erhöht und stabilisiert werden. Der degradierte Torf wird durch Flachabschürfungen auf der Projektfläche gewonnen. In diesen Gebieten kann sich bei oberflächennahen Wasserständen schneller eine moortypische Vegetation entwickeln, die die Torfbildung einleitet. Die durch die Flachabschürfung gewonnenen degradierten Torfe stellen ein gut dichtendes Material dar, das in ausreichender Menge zu geringen Kosten zur Verfügung steht.

Eine weitere Maßnahme zur Restauration stellt die gezielte Entnahme von Bäumen und Büschen auf den Moorflächen dar, die natürlicherweise nicht in der Artzusammensetzung und Menge auftreten würden. Durch die Mineralisierung der Torfe werden Nährstoffe freigesetzt, was zusammen mit den niedrigen Wasserständen das Wachstum der Gehölze und Sträucher begünstigt. Diese entziehen dem Moor zusätzlich wertvolles Wasser. Mit der Entnahme der Gehölze wird das Wasserdargebot des Moores wieder vergrößert, was sich positiv auf die Regeneration des Ökosystems auswirkt.

Mit dem Holz der entnommenen Bäume und Sträucher werden im Rahmen des Projektes Gräben verfüllt und somit der Kohlenstoff des Holzes langfristig gebunden.

Moore in Polen

Polens Moore nehmen rund vier Prozent der Landesfläche ein. Dabei sind vor allem der Norden und das Zentrum Polens besonders moorreich. Es überwiegen mit circa 92 Prozent aller Moore die grundwassergespeisten Niedermoore. Diese befinden sich vor allem im zentralen Flachland. Hoch- und Übergangsmoore sind nur auf circa vier bzw. drei Prozent der Fläche vertreten (6).

Moornutzung

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Torf vor allem als Brennmaterial in Form von Heizbriketts und Torfkoks verwendet (10). In den 1960er bis 1970er Jahren erreichte die Entwässerung der Moore in Polen seinen Höchststand (7). In dieser Zeit ging die Torfnutzung als Brennmaterial zurück. Torf wurde zunehmend für die Landwirtschaft und den Gartenbau verwendet (10).

Aktuelle Nutzung

84 Prozent der Moore sind entwässert und auf circa 16 Prozent der Moorfläche (rund 202.000 Hektar) findet aktuell noch Torfbildung statt (2,6). Circa drei Viertel der polnischen Moore wird als Heuwiesen und Weideland genutzt, knapp ein Viertel ist von Wald bedeckt (1). Auf circa 3300 Hektar wurde und wird aktuell Torf abgebaut. Die Nutzung von Mooren als Ackerland spielt heute dagegen eine untergeordnete Rolle (9).

Moore & Klimagase

Entwässerung

Circa 10.540 km² Moorfläche, also 84 Prozent der polnischen Moore, sind entwässert (2).

CO2-Bilanz durch Moornutzung

Gesamtemissionen Polens in Megatonnen CO2 pro Jahr (4) (3), LULUCF = Land Use, Land-Use Change and Forestry (Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft)“

Mit einem Ausstoß von rund 23,5 Megatonnen CO2 im Jahr steht Polen hinter Deutschland auf Platz 11 der weltweit höchsten Mooremissionen (4). Pro Hektar degradierter Moorfläche werden rund 0,75 Tonnen CO2 emittiert (5).

Team

  • Pawel Pawlaczyk

    Nationaler Koordinator Pawel Pawlaczyk ist Natur­wissen­schaftler und arbeitet seit 25 Jahren im Natur­schutz. Seine Schwer­punkte legte der aus­ge­bil­dete Förster auf die Öko­systeme Wald, Gewässer und Feucht­gebiete.
  • Magdalena Makles

    Magdalena Makles ist ausge­bildete Bio­login und zur Natur­forscherin berufen. Als Spezia­listin im Beschaffungs­wesen ist sie für die Finanzen zuständig.
  • Katarzyna Bociąg

    Dr. Katarzyna Bociąg, ist Öko­lo­gin und Hydro­biologin und im Natur­schutz in Pommern aktiv. Sie setzte dabei ihren Fokus auf den Schutz aqua­ti­scher Öko­systeme und Moore. Seit 2010 leitet Katarzyna das Labor für Natur­wissen­schaften „Pro Natura Pro Homini“. Im LIFE Projekt trägt sie mit ihrem Erfah­rungs- und Wis­sens­schatz als Moorexpertin bei.
  • Krzysztof Gos

    Dr. Krzysztof Gos ist Botaniker und Pflanzen­ökologe an der Biolo­gischen Fakul­tät der Uni­versi­tät Gdansk und spezia­lisiert auf Biologie, Hoch­moor­vegetation und Schutz von Wasser- und Feucht­gebiets­ökosystemen. Er übernimmt die fachliche Betreuung des LIFE Projektes.
  • Izabela Chlost

    Dr. Izabela Chlost arbeitet im Institut für Hydrologie der Universität Gdansk. Ihr For­schungs­interesse liegt im Wasser­management, der Quell­kunde, im Natur­schutz und der Hydro­logie der Küsten­gebiete. Im LIFE Projekt wird sie die hydro­logi­schen Messungen begleiten.
  • Roman Cieśliński

    Dr. Roman Cieśliński ist Leiter des Hydro­logi­schen Insti­tutes an der Uni­versi­tät Gdansk, wo er auch doziert. Seine Schwer­punkte liegen unter anderem in der Hydro­logie der jung­glazialen Seen­land­schaften, in der Hydro­chemie und den Hoch­mooren. Roman wird als Autor von rund 250 wissen­schaft­lichen Ver­öffent­lichungen und mit seinen Erfah­rungen aus über vierzig For­schungs­projekten...
  • Jolanta Kujawa-Pawlaczyk

    Dr. Jolanta Kujawa-Pawlaczyk promo­vierte über Gefäß­pflan­zen im Insti­tut der Pflanzen­syste­matik und forscht zu Feucht­gebieten. Sie publi­zierte über die Pro­zesse und Struk­turen der Moore sowie über Moor­schutz­konzepte. Als Expertin in den Feldern der Moor­strati­graphie und Torf­substra­ten wird Jolanta das Projekt begleiten.

Partner & Co-Finanzierer

Der Klub Przyrodników (Naturalists Club Polen) ist eine Nicht-Regierungs­orga­nisa­tion, die sich auf den Natur­schutz kon­zen­triert. Ein wichtiger Teil der Arbeit fokussiert sich auf die kom­plexen Schutz­programme der polni­schen Moor­gebiete. Bisher wurde in einem Gebiet von ins­ge­samt circa 10.000 Hektar versucht, der Ent­wässerung der Moore durch die Bildung von über 100 Dämmen ent­gegen­zu­wirken. Der Klub war bereits an zwei LIFE-Projekten als Koor­dinator beteiligt, zwei weitere sind in Vorbereitung.

Der Regionalfonds für Umweltschutz und Wassermanagement beteiligt sich als Co-Finanzierer des Projektes.

Die Baltic Sea Foundation beteiligt sich ebenfalls als Co-Finanzierer an der Umsetzung des LIFE Projektes.

Galerie

Quellen

  1. Bragg, O. & Lindsay, R. (Eds.) (2003): Strategy and Action Plan for Mire
  2. Cris, R. Buckmaster, S. Bain, C. Reed, M. (Eds) (2014): Global Peatland Restoration demonstrating SUCCESS. IUCN UK National Committee Peatland Programme, Edinburgh. [Stand: 17.01.2017]
  3. Fourth National Communication under the UN FCCC: in Worldbank (o.J.): Polands Greenhouse gas emissions. [Stand: 19.01.2017].
  4. Joosten, H. (2010): The Global Peatland CO2 Picture. Peatland status and drainage related emissions in all countries of the world. Wetlands International, Greifswald.
  5. Joosten, H. (2011): The Global Peatland CO2 Picture. In: Tanneberger, F. & Wichtmann, W. (2011): Carbon credits from peatland rewetting. Climate – biodiversity – land use. Science, policy, implementation and recommendations of a pilot project in Belarus. Stuttgart. S. 20-30.
  1. Joosten, H., Tapio-Biström, M.-L., Tol, S. (Eds.) (2012): Peatlands – guidance for climate change mitigation through conservation, rehabilitation and sustainable use. Mitigation of climate change in agriculture series 5, publishes by the Food and Agriculture Organization of the United Nations and Wetland International, Rome.
  2. Niewiarowski, W. & Kot, Ł. (2011): Delimitation and characteristics of natural landscapes of the Chełmno-Dobrzyń Lakeland, Urszulewo Plain and the neighbouring Vistula and Drwęca Valleys. Geographia Polonica 84(1): 33–59.
  3. Peatland Conservation in Central Europe. Wetlands International, Wageningen, The Netherlands. vi + 94 pp.
  4. Wichtmann, W., Schröder, C., Joosten, H. (Hrsg.) (2016): Paludikultur – Bewirtschaftung nasser Moore. Klimaschutz, Biodiversität, regionale Wertschöpfung.
  5. World Energy Council (2013): World Energy Resources: Peat. [Stand: 24.01.2017]