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Steckbrief

MOOR-RESTAURIERUNG IM BIESENTHALER BECKEN

Größe: 15,5 Hektar
Schutzstatus: Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet
Lebensraumtypen: Birken-/ Moorwälder (91D0*)
Klima: Gemäßigte Klimazone
Temperaturen: Ø Januar: -1° C, Ø Juli: 18° C
Niederschlag: Ø 789 mm/Jahr

Projektflächen

Die drei Projektflächen befinden sich im Natur­­schutz­­gebiet Biesen­thaler Becken. Sie umfassen eine Größe von etwa 15,5 Hektar und werden dem Lebens­­raum­typ Moorwälder zugeordnet. Alle drei Nieder­­moore werden aktuell durch Gräben entwässert, was zur Degra­­dierung der Torfe und dem ver­stärkten Ein­wandern von Gehölzen wie der Kiefer, sowie der standort­fremden Buche führt.

maßnahmen

Der Wasserstand soll auf allen drei Projektflächen erhöht werden. Durch den Einbau von Sohl­gleiten und Totholz wird der Grabenboden angehoben und das Wasser länger im Graben gehalten. Weitere Maßnahmen umfassen das abschnitts­weise Verfüllen der Gräben, der Verschluss der Grabenenden mit mineralisiertem Torf und Lehmplomben, sodass im angrenzen­den Moor­wald wieder flur­gleiche Moor­wasser­stände und leichter Überstau erreicht werden können.

Moore & Klima

Moorflächen

Quelle: nach Grosse-Bauckmann 1997.

In Deutschland finden sich hohe Flächen­­anteile an Mooren vor allem im Norden und Südosten. Es über­wiegen Nieder­­moore, aber auch Hoch­­moore sind vor allem im Alpen­vorland und im Nord­westen an­zu­­treffen, die heute in Schutz­­gebieten gesichert sind.

CO₂-bilanz durch Moornutzung

Nach FCCC (2015) & NIR (2010)

In Deutschland werden pro Jahr circa 45 Mega­tonnen CO2-Äqui­valente von Mooren aus­gestossen. Das entspricht circa 5,4 Prozent der gesamten deutschen durch den Men­schen her­vor­geru­fenen Treib­hausgas-Emissionen (5), womit Deutschland zu einem der weltweit größten CO2 Emittenten gehört (3). Dies ist auch bei der Betrachtung der CO2 Emissionen je Hektar degradierten Moores zu erkennen. Deutschland liegt hier mit 0,90 Tonnen auf Platz 11 hinter Litauen (4).

Torfnutzung

Die Torfe der mittel­­europä­­ischen Moore wurden schon in der Bronze­zeit als Brenn­­stoff genutzt. Mit der Holz­­verknap­pung im 18. Jahr­­hundert begann die inten­­sive Nutzung der Torfe in Deutsch­­land, wobei sich der Abbau vor allem auf den Nord­en des Landes konzentrierte. Das organische Material wurde früh­zeitig auch als Streu oder in der Land­wirtschaft zur Boden­ver­besse­rung die Torfe verwendet.

Um die feuchten bis nassen Standorte besser nutzen zu können, wurden Ende des 19. Jahr­hunderts Graben­systeme und Faschinen­dränen zur Entwässerung gebaut.

Nach dem Zweiten Welt­krieg wurden alle zur Ver­fügung stehenden Flächen in Nutzung genommen, was Grün­land- und Acker­nutzungen auf Mooren bedeu­tete. Die umfang­reichsten Ent­wässerungs­maß­nah­men und somit größte Degra­dierung der Moore fanden in der 1960er Jahren statt (Hydromelioration), wodurch große Mengen Nähr­stoffe und klima­wirksame Gase freigesetzt wurden (6).

Aktueller Zustand der Moore

Heute sind etwa 99 Prozent der Moore in Deutschland zerstört (1). Sie wurden vor allem für die Landwirtschaft (~ 86 Prozent) und Forst­wirtschaft auf Mooren (~ 10 Prozent) entwässert. Eine weitere Nutzung der Torfe durch deren Abbau findet selbst heute noch in Hoch­mooren statt.

Team

  • Letícia Jurema

    Letícia Jurema verfügt über langjährige Erfahrung in der Koordination von Projekten für internationale Umweltorganisationen. Darüber hinaus war sie im juristischen Bereich und als umweltpolitische Beraterin tätig. Sie ist für die internationale Koordination, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die politischen Aspekte des Projekts verantwortlich.  
  • Andreas Herrmann

    Andreas Herrmann ist Diplom-Geoökologe und hat bereits mehrere Jahre im Bereich Moorböden und -hydrologie an der Humboldt-Universität zu Berlin gearbeitet. Dort hat er sich besonders auf das Gebiet der Treibhausgasdynamik spezialisiert. Er ist für die nationale Koordination und die wissenschaftlichen Fragen zuständig.

Galerie

Partner & Finanzierer

In diesem Projekt ist der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) Träger und somit als Koordi­nator für den gesamten Projekt­ablauf verantwortlich. Als deutscher Partner führt er die Umsetzung auf den Projektflächen im Biesenthaler Becken durch.

Der NABU ist eine der ältesten Umwelt­­schutz­­organi­sa­tionen in Deutsch­­land. Er engagiert sich seit 1899 für Mensch und Natur. Mit mehr als 620.000 Mit­glie­dern und För­­derern ist er der mit­glieder­stärkste Umwelt­­verband Deutschlands. Der NABU ist sowohl national, als auch inter­­national aktiv, wobei der Moor­­schutz eine bedeu­tende Rolle einnimmt.

In den vergangenen Jahren hat der NABU sein Engagement im Moor­schutz noch einmal deutlich intensiviert. Neben den vielen lang­jährigen Projekten der NABU-Gruppen und Landes­verbände konnte durch die Gründung des NABU Moor­schutz­fonds in über 12 weiteren Projekt­gebieten seit 2011 Re­vitali­sierungs­maß­nahmen finanziert werden.

Mithilfe des Inter­nationalen Moor­schutz­fonds werden Modell­projekte und inno­vative Ansätze zur Restau­ration und zum Schutz der Moore zusammen mit PartnerInnen aus ver­schie­denen Ländern gefördert, wozu auch das LIFE Projekt „Peat Restore“ gehört.

Der Landkreis Barnim beteiligt sich als Co-Finanzierer an der Umsetzung des LIFE Projektes.

Quellen

  1. Couwenberg, J & Joosten, H. (2001): Das Beispiel Deutschland. In: Succow, M. & Joosten, H., Landschaftsökologische Moorkunde. Schweizerbart Science Publishers, Stuttgart. S. 409-411.
  2. FCCC – Framework Convention on Climate Change (2015): National greenhouse gas inventory data for the period 1990-2013, Paris. [Stand 19.01.2017]
  3. Joosten, H. (2010): The Global Peatland CO2 Picture. Peatland status and drainage related emissions in all countries of the world. Wetlands International, Greifswald.
  1. Joosten, H. (2011): The global peatland CO2 picture. In: Tanneberger, F. & Wichtmann, W. (2011): Carbon credits from peatland rewetting. Climate – biodiversity – land use. Science, policy, implementation and recommendations of a pilot project in Belarus. Stuttgart. pp. 20-30.
  2.  NIR – Nationaler Emissionsbericht (2010): Berechnung der Emissionen aus der deutschen Landwirtschaft – (NIR) 2010 für 2008.  [Stand: 22.01.2017].
  3.  Succow, M. in: Succow, M. & Joosten, H. (2001): Landschaftsökologische Moorkunde. Schweizerbart Science Publishers, Stuttgart.